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Knallert forbudt – Der lange Weg nach Westen

Geschrieben von: Sandmann am 15.09.13  » Menschen und Maschinen - Artikel

 

Kaffee rauslassen, Sprit reinkippen
Kaffee rauslassen, Sprit reinkippen

Kaffee rauslassen, Sprit reinkippen

Teil 2 – Westwind von vorn
Manchmal habe ich Angst vor mir selbst. Heute nicht. Mein Freund Herr S. und ich bewegen vier Räder mit insgesamt 4PS an die Dänische Nordseeküste und haben alles dabei, was man so braucht- und eine Bibel. Das ist nicht viel :-) Die Vorbereitungen zu unserer Mofatour sind HIER (klick) nachzulesen, jetzt müssen wir zunächst die Etappe von der Danske Grænse nach Henne Strand meistern. Beziehungsweise unsere Knallerts (die heißen da wirklich so). Heute Abend wartet vermutlich gut durchgepöppelter Prosecco Rosé auf uns, das Wetter rockt, der Spätsommer will den Norden einfach noch nicht loslassen und wir haben Bock auf rote Würste.

Schauen wir mal auf die Karte…

Flensburg - Henne Strand
Flensburg Henne Strand

Flensburg – Henne Strand

Die Strecke gleicht ungefähr der, die ich seit Anfang der 90er mit dem Auto an diesen Ort der Auszeiten fahre. Vielleicht werden wir ein paar Mofaignorierende Autostraßen umgehen müssen, aber was soll’s – es sind insgesamt rund 160 Kilometer, die habe ich als 16jähriger locker mit meinem Fahrrad abgerissen. Da werde ich das mit 42 ja wohl unter Zuhilfenahme dieses motorisierten Rollators auch noch schaffen. Oder? Henne Strand kennt und liebt man. Also, ich. Und shoppen kann Mann da auch hervorragend ♫ Gute Voraussetzungen für zwei Tage komplett ohne Termine, Telefon oder Aufgaben und mit einem der schönsten und weitesten Strände der ganzen Nordsee. AAAHHHH lass uns schnell was essen und dann weiter!

Ein HotDog mit rode Wurst und alles drauf, auch friske Zwiebel
Ein HotDog mit rode Wurst und alles drauf, auch friske Zwiebel

Ein HotDog mit rode Wurst und alles drauf, auch friske Zwiebel

Ach ja, das Essen. Wart ihr schonmal in Dänemark? Habt ihr mal einen ECHTEN HotDog gegessen? Ich rede nicht von diesen blöden IKEA-1-Euro Selbermachteilen mit Bratwurst drin, oh nein. Ein HotDog ist nur ein echter HotDog, wenn er eine dänische rote Farbstoff-Wurst beinhaltet, Sennep, dansk gelbe Remoulade und Ketchup, frisch gehackte Zwiebeln und Röstzwiebeln und natürlich die süß-sauren eingelegten Gurkenscheiben. Ein wahrhaft kunterbunter Traum aus Konservierungsstoffen und Kalorien, und beides werden wir auf unserer weiteren Reise brauchen. Obwohl die Sonne scheint als gäb’s kein Morgen mehr spüre ich hier in Kruså einen leichten Wind an meinen Nieren zerren. Früher blickte man auf einen RITA Shop mit Grenz-Nippes, drei Tankstellen und 20 Pornoläden. Heute steht hier nur noch diese Wurstbude. Oh, ach nee, ein einziger unbeugsamer Sex-Laden hat den Vormarsch von youporn & Co. offensichtlich überlebt…

Non Stop Kino, das machen wir selbst...
Non Stop Kino, das machen wir selbst...

Non Stop Kino, das machen wir selbst…

Vor 25 Jahren sind Herr S. und ich auf unserer damaligen Tour noch süffisant lächelnd in dieses Etablissement reingegangen. Um dann mit großen Augen vor noch größeren Bildern stehend zu erfahren, was nackte Menschen und große Tiere alles so miteinander machen können. Das war irgendwie traumatisch, und nein, heute will ich das nicht nochmal erleben. Aber der Besitzer kommt raus. Er ist gefühlt halb so alt wie wir und fragt billige Kippen rauchend, wohin wir mit die Knallert wollen. Henne Strand. Nun werden seine Augen so groß wie unsere damals :-D So ändern sich die Zeiten, 1989 lässt du dich von indizierten Hardcore Pornos plätten – und 2013 begeisterst du den Pornokönig von Kruså mit einer alten Mofa. Puh. Wir müssen beizeiten nochmal über die Folgen der Globalisierung nachdenken, aber jetzt geht’s erstmal auf den Highway 11. Endlich. Vollgas, pömmpömm qualm röhr!

Easy Rider ist anders, aber die Richtung stimmt
Easy Rider ist anders, aber die Richtung stimmt
Easy Rider ist anders, aber die Richtung stimmt

Grinsen. Permanentes Grinsen. Die uns irgendwie immer noch unbekannten Mofas rennen wie entfesselt, schreien ihren Zweitakt in den dänischen Nachmittag und ziehen einen blauen, sirupartigen Ölnebel hinter sich her, der alles Leben links und rechts der Straße auslöschen wird. Das Gefühl, die Freiheit zu erleben und alles loszulassen ist noch größer als auf einem richtigen Motorrad, weil wir die Landschaft und ihre nordisch-flachen Details wie auf einem Fahrrad wahrnehmen, den Wind und den Motor direkt am Körper spüren und trotzdem irgendwie relativ zügig vorankommen. Hey – 50km/h sind schon ganz okay :-) Loslassen bezieht sich allerdings nicht auf den derbe flatternden Lenker, meine alte Kiste hat in jedem Rad einen kleinen Höhenschlag und vibriert wie ein sadistischer Massagesessel. Fotografieren wird zum Abenteuer, aber habe ich jemals vor Naturgewalten zurück geschreckt? Nö.

Hardcore direkt neben dem Schwerlastverkehr
Hardcore direkt neben dem Schwerlastverkehr

Hardcore direkt neben dem Schwerlastverkehr

MÖÖÖÖÖÖÖÖÖHHHHHHH meistens ist Herr S. vorn, der hat an seiner Bravo einen Rückspiegel und muss sich nicht immer wirbelsäulentraumatisierend umdrehen, um meine Anwesenheit und mein breites Grinsen zu checken. Wir kommen gut voran. Konversation besteht aus Gesten mit der Hand oder rübergeschrieenen Satzfragmenten, er musste ja unbedingt seinen alten Integralhelm wieder vom Speicher holen. Trotz fünf Litern Febreze rieche ich sogar 20 Meter hinter ihm noch, dass seit 1989 mehrere Generationen von Mardern in dieser Murmel ihre Kinder aufgezogen und nach und nach das weiche Stirnpolster aufgegessen haben. Herr S. ist mit dieser drückenden, unbequemen und stinkenden Sicherheitseinrichtung akustisch von der Außenwelt abgeschnitten. Immerhin sammeln sich bei aufgeklapptem Visier sämtliche kleine wie große Insekten direkt in seinem Gesicht und kommen da auch wegen des Gegenwindes nicht mehr weg. Er kann gern vor mir bleiben :-) Wenn die Mofa nur nicht noch mehr stinken würde als der Helm…

Na BRAVO. Glückseeligkeit hat zwei Räder
Na BRAVO. Glückseeligkeit hat zwei Räder

Na BRAVO. Glückseeligkeit hat zwei Räder

Trotz des flachen Landes ist die Strecke verhältnismäßig abwechslungsreich. Den echten Kick geben vor allem die Abschnitte, auf denen kein typisch dänischer zweispuriger Radweg vorhanden ist. Dschungelcamp mit G-Promis? Lächerlich. Der Schwerlastverkehr donnert gnadenlos an uns vorbei, manchmal fröhlich hupend, manchmal auch geschäftig ignorant im Abstand einer VHS Pornokasette. Der Vorteil: Jeder uns überholende 30Tonner gibt den Mofas einen Rückenwindschub in der Dimension einer Apollo 13 Mondrakete. Wir werden dementsprechend mutiger und reizen den vollen Drehzahlbereich aus, vielleicht können wir mit Überlichtgeschwindigkeit ja doch noch in der zeit zurück reisen? Voll beladene Mofas machen einen wahnwitzigen Spaß, wussten Sie das? Wir grinsen immer noch… ich glaube, das wird in den kommenden Stunden auch nicht mehr aufhören. Oh. Da kommt wieder ein Laster, ich tauche ab und reiße das Gas voll auf :-D

Scotty - Warp II ist fast erreicht!
Scotty Warp II ist fast erreicht!

Scotty – Warp II ist fast erreicht!

Wahnsinn. Wenn die kleinen krakeelenden Zweitakter erstmal Blut geleckt haben hält sie nichts mehr auf. Plötzlich sind wir schon in Ribe, der ältesten Stadt Dänemarks und geraten mitten in die historische Altstadt, wo Lärm, Gestank, lautes Lachen und Mopeds verboten sind. Egal, wer sollte uns aufhalten? Heute wird zur Abwechslung (und trotz Bibel) einmal nicht die Kirche besucht, auch die historischen Wikingersiedlungen lassen wir mal fein da wo sie sind – nur ein HotDog, der muss. Einer geht noch. Und während mein Magen sich grummelnd über die ganze bunte Scheiße beschwert, die ich ihm seit heute Morgen zukommen lasse wandern meine Gedanken zu den Zweirädern zurück. Müssen die nicht auch langsam mal was trinken? So ne Mofa verbraucht ja nicht wirklich viel, aber irgendwas verbraucht sie auch. Und als ob der Gott der minimalistischen Fortbewegung mich erhört hätte sind mitten zwischen dem Nichts und dem Nirgendwo, interessanterweise mit nur 4 Sekunden Unterschied erst die Mofa von Herrn S. dann meine furztrocken leer und rollten aus…. Gut, dass der Kanister dabei ist :-)  Vielleicht sollten wir einmal am nächsten Kontanten oder so anhalten, ein paar königliche Kronen aus dem Automaten ziehen und eine dieser heute vermutlich geschlossenen Automatentankstellen aufsuchen.

Erste Däniske Kroner holen, hej
Erste Däniske Kroner holen, hej

Erste Däniske Kroner holen, hej

Das Umrechnen von Fremdwährung ist hier eine wahre Freude. Es spricht zwar jeder Däne in touristisch geprägten Gegenden ein besseres Deutsch als ein Großteil der Bevölkerung von Sachsen, aber gegen den Euro wehrt sich die Monarchie bisher mit Erfolg. Acht Kronen sind ungefähr ein Euro. Trotzdem fühle ich mich mit 1000 Kronen in der Tasche unfassbar wohlhabend, dieses Gefühl zerplatzt aber im nächsten SuperBrugsen wie eine Seifenblase, denn die Preisschilder sehen alle irgendwie teuer aus. Also lieber nicht um- oder nachrechnen, einfach so lange bezahlen bis das Geld alle ist und dann neues holen. So schlimm kann es ja nicht werden, was der Hunger fordert.. Ein Baguette aus Weizen und Pappe, eine Frikadelle aus alten Socken und Fleischabfällen, ein bisschen Krautsalat und viel Mayonnaise spüle ich mit viel zu süßer Brause herunter, kann damit meinen Magen irgendwie nicht auf meine Seite bringen und freue mich schon jetzt auf unsere klassischen Spaghetti heute Abend, die Herr S. in alter Tradition auf einem Benzinkocher zubereiten wird.

Zwischendurch mal strecken, sehr sehr wichtig
Zwischendurch mal strecken, sehr sehr wichtig

Zwischendurch mal strecken, sehr sehr wichtig

Wie sich das für einen Blog gehört wandert ein nennenswerter Teil der geschüttelten Brause unerwartet schäumend durch meine Nase wieder nach draußen. Aua. Ein bisschen Angst macht mir in diesem Zusammenhang schon jetzt der Zustand des flaschengegorenen Schaumweines, den wir auf den Mofas mitführen. Also – meine Boxer vibriert bei 50 km/h so stark, dass meine beiden Hände taub sind und ich die erstmal ein wenig massieren muss :-) Zuerst dachte ich, das sei vielleicht die heraufkriechende Kälte des Fahrtwindes, aber als später ständig brennende Libellen, ausgetrocknete Regenwürmer und dehydrierte Frösche meinen Weg kreuzen schließe ich Kälte als Ursache aus. Loslassen. Immer wieder, und vor allem möglichst den Lenker nicht so verkrampft anfassen. Das kann nicht gesund sein für die zarte Hand ab 40.

Letzte Tanke vor Henne Strand!
Letzte Tanke vor Henne Strand!

Letzte Tanke vor Henne Strand!

In so einen Mofatank gluckern sagenhafte 3 Liter rein. Auch der seitlich an einem Brett mit einem Expander angedingste Kanister wird wieder aufgefüllt, und diesmal gieße ich das Zweitaktöl mit Blick auf zurück liegende Landstriche ein wenig penibler dosiert dazu. In der Gegend ab Varde ist sowieso nicht mehr so wahnsinnig viel Wald, der muss ja nicht auch noch von touristischen Ölverbrennern vergiftet werden. Die Erkenntnis quält, dass zwischen Flensburg und dieser Tankstelle in den kommenden 50 Jahren kein intelligentes Leben mehr möglich sein wird. Dann müssen die wohl wieder Pornos produzieren. Sei’s drum. Inzwischen sind Herr S. und ich schon ziemlich lange unterwegs, die Sonne hat den Zenit bereits überschritten und ein paar farbige Spuren in meinem offenhelmigen Antlitz hinterlassen. Bis Henne Strand wird es noch ein runde Stunde dauern und so langsam, so gaaaaanz langsam reicht es eigentlich auch mal. Himmel bin ich in diesem Moment froh, dass wir uns gegen Kopenhagen entschieden haben! Dann würden wir jetzt in einem wilden Wald unser Zelt aufbauen und hätten erst den halben Hinweg geschafft….. Neee. Lieber viel Spaß auf den Möps, aber dann auch viel Spaß vor Ort.

50km/h sind gar nicht SOOOO langsam
50km/h sind gar nicht SOOOO langsam

50km/h sind gar nicht SOOOO langsam

In einem lichten Moment ohne schwere Lastwagen neben uns und mit der richtigen Resonanzfrequenz unter uns (um mal mit einer Hand den Lenker loszulassen) gelingt mir sogar ein Fahrfoto :-D Das grenzt an Lebensgefahr, und das nur für die Chroniken….. Ich reflektiere mal bis hier her. Start in Flensburg gegen 11:00 Uhr, zwei Tankstopps, zwei kombinierte Futter- und Pinkelpausen und bisher rund 140 Kilometer über zumeist dänische Ländereien. Zwischen Ribe und Varde möchte ich die Route für Zweiräder allgemein als Selbstmord bezeichnen. An allen anderen Abschnitten gibt es komfortable, zweispurige Radwege, die breiter ausfallen als eine walisische Landstraße und auf denen Mofas pauschal verboten sind. Pha. Na und? Jetzt geht es auf 17:00 Uhr zu, wir haben uns ein bisschen Zeit gelassen. Das Gefühl, diese Straße von der 11 abbiegend in Richtung Westküste zu fahren, die aufgerissenen Wolken da hinten am Horizont, wo das Wasser ist – unbezahlbar. Nach ein paar gedrungenen Kiefernwäldern und trockenen Heideflächen erhebt sich rechts die bekannte große Düne. Yay. Matt, durchgeschüttelt und noch immer grinsend kommen Herr S. und ich an unserem Ziel an, auf einer Reise, von der wir schon soooo lange sprechen.

Angekommen. Und es ist sogar noch hell!
Angekommen. Und es ist sogar noch hell!

Angekommen. Und es ist sogar noch hell!

Ein feines Gefühl. Wir frieren trotz der uns umgebenden Wärme, klassischer Froschfotzenlederjacken und anarchistischer Kapuzenpullis und haben schon wieder Hunger. Und unsere Mofas knacken und ticken überfordert, als wollten sie uns fragen, ob wir eigentlich noch alle Heringe beim Zelt haben. Sie wurden gebaut für den schnellen Weg in die Stadt, zur Arbeit oder zum Taufpaten im Nachbardorf. Nicht aber für Überlandfahrten in den Dimensionen von kurzfristig anberaumten Interkontinentalflügen. Übertreibe ich? Wenn Sie meine Mofa fragen – nein. Wenn Sie mich fragen – vielleicht. Aber nur ein bisschen. Ich weiß ja nicht, wann SIE das letzte mal knapp 200 Kilometer am Stück auf der Sitzbank einer Mofa verbracht haben (vermutlich noch nie), aber das lässt sich wahrhaftig nicht mit den Strapazen einer ähnlich dimensionierten Reise in einem wohltemperierten SUV vergleichen. Denn: Herr S. und ich sind glücklich. Wir haben nicht nur das Gefühl, was gemacht zu haben – wir haben was GESCHAFFT. Hallo Henne Strand. Da sind wir wieder.

Die Rockers vorm Badeland. *seufz*
Die Rockers vorm Badeland. *seufz*

Die Rockers vorm Badeland. *seufz*

Total blauäugig sind die beiden Reisenden davon ausgegangen, dass auf einem Campingplatz an der dänischen Nordseeküste in einer der letzten Wochen auch der bajuvarischen Sommerferien wohl noch irgendwo ein Plätzchen zwischen Toilettenhäuschen und fest eingewachsenen Dauerwohnwagen frei sein wird. Ist es auch. Herr S. hat wegen seiner nordamerikanischen National-Park-Zelt-Erfahrungen selbstverständlich seinen internationalen Campingpass am Mann, oder zumindest am Moped, vielleicht auch irgendwo in der Tasche, jedenfalls dauert es nicht mal 45 Minuten, bis er den gefunden hat und uns damit Tür und Tor öffnet. Wir sind drin. Tatsächlich. Noch einmal die Hühnermörder anschmeißen, entlang der verdutzt guckenden und sich wohl schon jetzt in ihrer Ruhe gestört fühlenden Dauercamper-Kultur entlangmöppen und – DA sein. Jetzt. Hier. In Dänemark. Das Leben ist schön.

Nach 25 wieder hier - wir haben es geschafft!
Nach 25 wieder hier wir haben es geschafft!

Nach 25 wieder hier – wir haben es geschafft!

Diese kleine Auszeit ist sogar gleich doppelt schön. Zum einen, weil wir zwei alte Freunde sind, die sich nicht so wahnsinnig häufig sehen und sich eine Menge zu erzählen haben, was nach einer Anreise mit Mofas definitiv einen anderen Abenteuercharakter hat als mit irgend einem anderen Verkehrsmittel – Bobbycars mal ausgenommen. Zum anderen, weil wir in den kommenden zwei Tagen nichts vorhaben. Die Eltern und Berufstätigen unter Ihnen mögen kurz inne halten und sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen. NICHTS… vorhaben. Heute Abend erst einmal den Laptop-Kamin entfachen, den Prosecco köpfen und irgendwann schlafen gehen. Wenn die Klamotten von der zu erwartenden mofadurchgeschüttelten Schaumweinfontäne wieder trocken sind. Glaube ich. Morgen? Mal sehen. Dänische Leberpastete auf luftigen Brötchen, vielleicht ein Bier zum Mittag, wen stört’s? :-D geil geil. Aber das ist morgen. Heute lesen wir zunächst in der extra dafür mitgeführten Bibel, ich schlage sie an zufälliger Seite auf:

Wenn die Bibel das sagt, dann nehmen wir das mal ernst.
Wenn die Bibel das sagt, dann nehmen wir das mal ernst.

Wenn die Bibel das sagt, dann nehmen wir das mal ernst.

Das ist ja so eine Sache mit den Botschaften in der Bibel. Seit rund 2000 Jahren werden die mal so und mal so interpretiert. Ich habe ein Exemplar dabei seit ich autofahre, man weiß ja nie wie schwierige Überholmanöver ausgehen. Und manchmal lese ich auch in ihr, zuletzt im Cadillac vor dieser Disco auf Fehmarn… da war Herr S. auch dabei… aber das ist eine andere Geschichte. Hier und heute erzählt mir das inzwischen weitgereiste wirklich alte Exemplar an dieser beliebigen Stelle vom Trinken. Vor Durst verschmachten möchte ja niemand. Durch’s Schwert alsbald umkommen aber auch nicht. Herr S. lässt deshalb die Korken der importierten Alkoholika fliegen und sorgt kurzfristig für eine mittlere Schaumüberschwemmung der benachbarten Wohnmobile, während ich gemütlichkeitshörig zwei Plastikstühle organisiere. Wir sind wirklich in Dänemark. Mit den Mofas. Ich grinse noch immer.

Prost Spätsommer. Schön dass du bei uns bist.
Prost Spätsommer. Schön dass du bei uns bist.

Prost Spätsommer. Schön dass du bei uns bist.

Zelt aufbauen? Später. Wir wollen erst einmal standesgemäß ankommen. Irgendwie war’s ja gar nicht so schlimm, halt eine Menge Kilometer auf vibrierenden langsamen Zweitaktern. Es ist ein sagenhaft erhabenes Gefühl, hier zu sein, und zwar anders als die anderen Camper, Hüttenbucher und Hotelzimmerbeleger. Wir sind mit Mofas angereist und werden irgendwann nachher auf dem harten Kiesboden ein Zelt aufbauen. Auf schmalen Matten schlafen (Herr S. hat behauptet, die seien toll und mir eine mitgebracht). Bücher von El Gigante lesen. Und einfach nur da sein. Mit euch, vielleicht seid ihr dabei :-)

Ich liebe diese einfachen Momente. Bis bald

Sandmann

Original: Sandmanns Welt


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