Deutsch (DE-CH-AT)English (United Kingdom)
 

e-Monday – Hochleistungsbatterien aus deutschen Landen

Geschrieben von: Thomas am 03.08.12  » Visionen - Via Blog

Das Rennen um die Batterie der Zukunft ist offen – Zweifel an Batteriewechselkonzepten.

Zwei Industriegiganten hatten gerade die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens für Automobilbatterien vereinbart, als beim e-Monday in München der Hauptvortrag über „Hocheffiziente Lithium-Ionen-Batteriesysteme für Hybrid- und vollelektrische High-performance-Anwendungen“ startete. Aber nicht nur weil der internationale Automobilzulieferer Continental aus Hannover und der ebenfalls viele Umsatzmilliarden schwere südkoreanische Hersteller von Lithium-Ionen-Batterien SK Innovation am 23.7.2012 ihr Joint Venture auf den Weg brachten, war der Blick in das Entwicklungslabor von Akasol interessant: Der deutsche Mittelständler zielt nicht auf die Massenproduktion, sondern auf maßgeschneiderte Lösungen für Nutzfahrzeuge, Busse, Schienenfahrzeuge und Sportwagen.

Elektromobilität ist bei Nutzfahrzeugen viel sinnvoller als bei Pkws“, ist Sven Schulz überzeugt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Akasol GmbH in Darmstadt. „Denn privat genutzte Autos stehen die meiste Zeit herum, sind also eher Stehzeuge als Fahrzeuge“. Weil die Fahrprofile beispielsweise von kommunalen Fahrzeugen in Stuttgart sich aufgrund der Hügel stark von denen in München oder Hamburg unterscheiden, lässt sich ein wirtschaftlicher Betrieb von Elektrofahrzeugen allerdings nur erreichen, indem jeder Kunde speziell für seine Anforderungen ausgelegte Batterien erhält.

Dazu kaufen die Darmstädter die Batteriezellen in Asien ein – die dortigen Hersteller haben nach ihren Beobachtungen einen derzeit nicht aufholbaren Vorsprung in der Herstellung dieser Komponenten. „Die Zellen, die wir von SK Innovation kennen, sind hervorragend – wir kennen kaum bessere“, meinte Schulz mit Blick auf den neuen Partner von Continental. „Für künftige Generationen von Batterien könnten die Marktführer jedoch durchaus auch in anderen Kontinenten entstehen“, beschrieb der Akasol-Geschäftsführer das seiner Meinung nach langfristig offene Rennen.

Die Zellen werden zunächst in ihrem Temperatur- und Ladeverhalten minutiös vermessen, damit Simulationen unterschiedlicher Verschaltungsvarianten realistische Prognosen über wichtige Parameter erlauben. Auf dieser Basis seien Entscheidungen über die für den jeweiligen Zweck idealen Batteriesysteme möglich, die sich dann durch hohe Leistung, Lebensdauer und damit Wirtschaftlichkeit auszeichnen, so Schulz.

Von Batteriewechselkonzepten hält Schulz dagegen derzeit generell wenig. „Insbesondere fehlt es dazu momentan sowohl bei den Fahrzeugen als auch bei den Batteriesystemen an der erforderlichen Standardisierung“, argumentiert Schulz und zählt weitere Gründe auf: „Die Investitionen für solche Konzepte sind auch viel zu hoch, weil man pro Fahrzeug mehr als eine Batterie benötigt – von den Investitionen in die aufwendige Wechselautomatik ganz zu schweigen“. Darüber hinaus seien Konzepte, die Batterien während der Lagerzeit für die Speicherung von regenerativ erzeugter Energie einsetzen, auch nur eingeschränkt realisierbar. Akasol setze daher an dieser Stelle eher auf innovative Schnellladetechnologien, die zukünftig auch kabellos vorstellbar seien, denn Systemwirkungsgrade bis 92 % für den kabellosen Energietransfer seien heute durchaus erreichbar.

greenmotorsblog.de – via e-Monday

Original: greenmotorsblog.de


+ 0
+ 0